Kriegsflüchtlinge – Wir müssen alle helfen

Millionen von Menschen sind auf der Flucht vor den Kriegen im Nahen Osten. Seit dem Sommer sind hunderttausende von ihnen auch bei uns in Deutschland angekommen – unter ihnen viele Frauen und Kinder. Sie brauchen unsere Unterstützung.

Das kleine Dorf, in dem ich geboren wurde, liegt in der Mitte der Türkei. Etwa 500 km weiter östlich befindet sich die türkisch-syrische Grenze. Unzählige Kinder, Frauen und Männer sind dort in riesigen Lagern untergebracht, um der bitteren Gewalt des Krieges in ihrer Heimat zu entfliehen. Die hygienischen Zustände sind schlecht. Die Versorgung reicht häufig nicht aus.

Die schwere Flucht aus der Heimat

Die wenigsten Flüchtlinge haben es bis nach Deutschland geschafft. Ihr Weg durch Europa war beschwerlich. Viele haben die Überfahrt von der Türkei nach Griechenland in den schlecht geflickten Gummiboten mit dem Leben bezahlt. Jeder musste Menschen zurückgelassen. Eltern und Großeltern z.B., die den langen Weg nach Westeuropa wahrscheinlich nicht überlebt hätten. Ihre Häuser sind zerstört. Ein Leben in ihrer Heimat ist zu diesem Zeitpunkt unmöglich.

Jeder dieser Menschen hat ein eigenes Schicksal zu beklagen. Familienmitglieder und Freunde sind vor ihren Augen umgekommen oder sind in den Bombentrümmern verschollen. Anhänger der syrischen Armee oder ISIS-Kämpfer dringen in die Häuser von Unschuldigen ein und richten sie hin. Das Leid ist unermesslich. Auch Kinder müssen Dinge erleben, die sie ein Leben lang mit sich tragen werden.

Die Hilfe muss weitergehen

Überall in der Bundesrepublik sind Flüchtlinge von jubelnden Menschenmassen empfangen worden. Während die europäischen Politiker sich offensichtlich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können, ist die Hilfsbereitschaft der Zivilgesellschaft beispielhaft. Nur durch sie ist es möglich gewesen, die vielen Flüchtlingen, die es bis nach Deutschland geschafft haben, mit dem Nötigsten zu versorgen. Als jemand, der selbst als Einwanderer in die Bundesrepublik gekommen ist, haben mich diese Szenen tief bewegt.

Jetzt geht es darum, diese Hilfe fortzusetzen. Viele Organisationen setzen sich für die Menschen aus den Kriegsgebieten ein. Auch bei uns in Düsseldorf sind rund um die Uhr haupt- und ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Sie verteilen Nahrung und Kleidung. Sie übersetzen, unterrichten Deutsch, hören zu und leisten medizinische Versorgung. Nach der ersten Euphorie, dem Krieg entflohen zu sein und die lange Flucht hinter sich zu haben, kommt jetzt die Unsicherheit, wie es weitergehen wird. Dabei leiden die Menschen unter den Erinnerungen an den Krieg.

Menschlichkeit gegen Angst und Gewalt

Zurecht freuen wir uns auf ein besinnliches Weihnachtsfest im Kreise unserer Freunde und Familie. Denken wir in diesen Stunden auch an jene, die aus Angst vor Terror und Tod Zuflucht bei uns suchen.

Leider verbreiten populistischen Bewegungen zunehmend Angst und Verunsicherung.

Setzen Sie dieser Angst ein Zeichen von Menschlichkeit entgegen! Unterstützen Sie die vielen Helfer mit einer kleinen Spende. Auf der folgenden Webseite erfahren Sie, wo Sie finanziell helfen, wo Sie Sachspenden abgeben und wie sie sich sonst engagieren können.

www.fluechtlinge-willkommen-in-duesseldorf.de

Weihnachten geht es ums Menschsein. Auf dass alle Menschen Platz in unseren Herzen finden!

Ich wünsche allen ein besinnliches Fest und frohes, gesundes Jahr 2016!

Ihr Adem Erdogan

uber_erdogan

 

Über den Autoren:

Adem Erdogan ist einer der führenden Fußchirurgen Deutschlands. Seine umfassenden Erfahrungen sowohl im diagnostischen als auch operativen Bereich ermöglichen ihm eine individuelle Vorgehensweise für jeden Patienten. In seiner Facharztpraxis in Düsseldorf behandelt er Fußdeformitäten- und Fehlentwicklungen.

Lesen Sie hier, wie andere Patienten den Fußspezialisten Adem Erdogan auf www.jameda.de beurteilt haben.