Wenn die Fußsohle schmerzt: Morbus Ledderhose (4/4)

Bei Morbus Ledderhose handelt es sich um eine chronische Erkrankung an der Fußsohle. Sie wurde nach dem deutschen Chirurgen Georg Ledderhose benannt, der das Krankheitsbild 1894 erstmals beschrieb.

Eine schmerzende Fußsohle kann vielerlei Ursachen haben. Über einige Krankheitsbilder habe ich bereits in den vorherigen drei Blog-Artikeln zum Tarsaltunnelsymptom, dem Nervenkompressionssyndrom und dem Schmerzsyndrom Os trigonum berichtet. Heute schauen wir uns das Thema Morbus Ledderhose am Fuß an, einer seltenen und gutartigen Geschwulstbildung an der Fußsohle.

Morbus Ledderhose – eine Geschwulst, vor der man keine Angst zu haben braucht

Morbus Ledderhose äußert sich in Form einer Geschwulstbildung im Bereich der Fußsohlensehnenplatte. Es handelt sich um eine Erkrankung des Bindegewebes an der Fußsohlensehne (Plantarfascie/faszia plantaris).
Die Diagnose Morbus Ledderhose ist auch als Fibromatose der Palmarfaszie (Fibromatose plantae) bekannt. Eine Fibromatose liegt genau genommen aber nur dann vor, wenn die Geschwulst aggressiv wuchert und sich mit dem umliegenden Gewebe (der Haut oder tieferliegenden Muskeln) verbindet.

Morbus Ledderhose am FußViele Betroffene der Morbus Ledderhose erleiden oftmals auch einen analogen Prozess im Bereich der Hohlhand. Dort trägt die Erkrankung den Namen Morbus Dupuytren (Fibromatosis palmaris) trägt. Dabei kommt die Morbus Dupuytren deutlich häufiger vor als die Morbus Ledderhose.

Obwohl es sich bei Morbus Ledderhose um keine bedrohliche Erkrankung handelt, sind viele Betroffen beim ersten Anblick stark beunruhigt. Sie gehen von einer bösartigen Ursache aus. Doch bei Morbus Ledderhose handelt es sich um eine gutartige Geschwulstbildung, es ist also ausdrücklich kein Krebs, der dahinter steckt.

Ursachen für Morbus Ledderhose

Die Ursache der Erkrankung an Morbus Ledderhose am Fuß kann bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Es wird jedoch vermutet, dass eine genetische Veranlagung ein wichtiger Faktor beim Auftreten der pathologischen Verdickung an der Fußsohle ist.
Auch besteht die Annahme, dass die Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Phenobarbital, Primidon, etc) das Risiko für das Auftreten der Fibromatose an der Fußsohle erhöhen können.

Symptome bei Morbus Ledderhose: Schmerzende Fußsohle und Beule an der Fußsohle

In den überwiegenden Fällen ist die Erkrankung klinisch stumm, d.h. sie macht keinerlei Beschwerden. Natürlich ist die Beule an der Fußsohle nicht schön anzusehen.
Ein kleinerer Teil der Betroffenen klagt vor allem bei deutlicher Größenzunahme der Geschwulst über eine schmerzende Fußsohle. Es entsteht ein stetig wachsender Druckschmerz beim Auftreten oder Gehen, vor allem beim Tragen von Schuhen.

Da es sich bei Morbus Ledderhose um eine gutartige Geschwulst handelt, muss sie aus medizinischer Sicht nicht zwangsläufig behandelt werden. Wenn sie den Betroffenen jedoch Schmerzen unter dem Fuß verursacht oder deutliche Einschränkungen im Alltag bereitet, kann eine Behandlung wünschenswert sein.

Wie wird Morbus Ledderhose diagnostiziert?

Die meisten Patienten gehen mit einer Morbus Ledderhose erst dann zum Arzt, wenn die Erkrankung bereits deutlich ertastbar, oft auch von Außen als Verdickung sichtbar ist. Der Arzt kann die Geschwulst an der Fußsohle also leicht ertasten.

Schmerzende FußsohleMorbus Ledderhose selbst ist als Erkrankung relativ selten. Für eine Verhärtung und Verdickung an der Fußsohle können jedoch auch andere Erkrankungen die Ursache sein. Da vor allem eine bösartige Tumorerkrankung ausgeschlossen werden sollte, ist es wichtig, eine einwandfreie Diagnose zu erhalten.

In der Regel kann bereits der Hausarzt per Ultraschall die genaue Lokalisation einer Verdickung erkennen. Beim Verdacht auf Morbus Ledderhose werden dann weitere bildgebende Verfahren wie etwa ein MRT oder Röntgen angewandt. In einigen Fällen kann es auch nötig werden, eine Biopsie durchführen zu lassen, also eine kleine Gewebeprobe entnehmen zu lassen.

Verlauf der Krankheit Morbus Ledderhose: Rückbildung möglich?

In den meisten Fällen lässt sich Morbus Ledderhose leider nicht endgültig heilen, die meisten Patientinnen und Patienten müssen also einen Weg finden, mit der chronischen Erkrankung zu leben. Eine Rückbildung der Morbus Ledderhose von alleine kommt nicht vor.

Dabei ist bei Morbus Ledderhose alles möglich: von dem Auftreten eines einzelnen dicken Knotens bis hin zur Ausbildung einer Vielzahl von verdickten Strängen und Knoten entlang des gesamten Fußlängsgewölbes.
Ein einzelner Knoten wächst meist über mehrer Monate hinweg, verändert sich dann aber lange nicht mehr oder nur sehr geringfügig. Der Verlauf bei Morbus Ledderhose ist also generell schubartig und wird grob in vier Grade eingeteilt.

Die vier Grade der Morbus Ledderhose

  • Morbus Ledderhose Grad 1: Der Knoten oder die Verhärtung am Fuß nimmt nur wenig Raum ein, Haut und Muskeln sind nicht betroffen. Bei diesem leichtesten Grad der Morbus Ledderhose tauchen meist kaum Beschwerden auf und die Erkrankung stört eher ästhetisch.
  • Morbus Ledderhose Grad 2: Wie bei Grad 1 nimmt die Morbus Ledderhose nur wenig Raum ein, allerdings haben sich nun mehrere Knoten oder Stränge ausgebildet, entweder an verschiedenen Stellen der Fußsohle oder um einen gemeinsamen Herd herum. Man spricht von einer multifokalen Erkrankung.
  • Morbus Ledderhose Grad 3: Beim Grad 3 liegen ebenfalls mehrere Wucherungen vor, die sich entweder mit der Haut oder mit den Muskeln verbunden haben. Dies wird als multifokale Erkrankung mit Verhaftung bezeichnet.
  • Morbus Ledderhose Grad 4: Beim schwersten Grad der Morbus Ledderhose sind die Geschwüre sowohl mit der Haut als auch mit den Muskeln verwachsen. In diesem Stadium ist die Erkrankung in der Regel mit starken Schmerzen und deutlichen Einschränkungen verbunden.

Morbus Ledderhose Behandlung

Wie bereits erwähnt, ist die Erkrankung nicht endgültig heilbar und die Medizin hat noch keine Behandlung bei Morbus Ledderhose gefunden, die garantiert anspricht. Neben der operativen Entfernung der Geschwulst gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die die Schmerzen lindern oder das Wachstum der Geschwüre verlangsamen können.

Morbus Ledderhose – konservative Therapiemöglichkeiten

Die folgenden Maßnahmen können Teil einer Morbus Ledderhose Therapie sein:

  • Tragen weiter Schuhe und geringe Belastung der Füße
  • Orthopädische Einlagen oder Schuhe
  • Kalte Fußbäder können den Schmerz temporär lindern
  • Schmerzmittel
  • Strahlentherapie (Hier ist allerdings die Strahlenbelastung bei einer Therapie mit Röntgenstrahlung als Nachteil zu nennen.)
  • Physiotherapie, regelmäßige Dehnübungen zu Hause
  • Druckmassage

Morbus Ledderhose OP

Bei ausbleibendem Erfolg kann die Geschwulst operativ entfernt werden. Die Morbus Ledderhose OP ist ein kurzer Eingriff, der in der Regel in Vollnarkose durchgeführt wird. Die Heildauer der Wunde kann im Durchschnitt 2- 3 Wochen betragen.

Leider bedeutet ein operativer Eingriff jedoch nicht, dass die Erkrankung nicht wieder auftaucht. Bei Morbus Ledderhose muss auch nach einer Operation in vielen Fälle mit einem Rezidiv gerechnet werden, d.h. die Verhärtungen treten nach einiger Zeit an gleicher oder anderer Stelle erneut auf.

Mein Rat für Sie

Sie leiden unter einer schmerzenden Fußsohle und vermuten Morbus Ledderhose? Lassen Sie sich von Ihrem Arzt untersuchen und ausführlich beraten. Ein Beratungsgespräch ist vollkommen unverbindlich. Ihr Arzt wird Ihnen nach einer gründlichen medizinischen Untersuchung die passende Therapie empfehlen. Falls ihnen trotz konservativer Therapiemethoden dennoch zu einer OP geraten wird und Sie weitere Fragen haben sollten, dann berate ich Sie gerne persönlich und beantworte alle Ihre Fragen.

Besuchen Sie mich in meiner Praxis für Fußchirurgie in Düsseldorf, wo ich Sie gerne persönlich und unverbindlich berate. Sie können Ihren Termin telefonisch unter 0211 58 58 99 83, per E-Mail an info@adem-erdogan.de  oder über unser Kontaktformular vereinbaren. Kontaktieren Sie mich direkt auf meiner Facebook-Seite!

Ihr Adem Erdogan

 

über Adem Erdogan

Über den Autoren:

Adem Erdogan ist einer der führenden Fußchirurgen Deutschlands. Seine umfassenden Erfahrungen sowohl im diagnostischen als auch operativen Bereich ermöglichen ihm eine individuelle Vorgehensweise für jeden Patienten. In seiner Facharztpraxis in Düsseldorf behandelt er Fußdeformitäten- und Fehlentwicklungen.

Lesen Sie hier, wie andere Patienten den Fußspezialisten Adem Erdogan auf www.jameda.de beurteilt haben